Sehenswertes am ElberadwegRatgeber
Das Wasserstraßenkreuz Magdeburg: mit dem Rad über die Kanalbrücke
Das Wasserstraßenkreuz liegt nördlich von Magdeburg bei Hohenwarthe. Der Elberadweg führt direkt über die Trogbrücke, auf der der Mittellandkanal die Elbe überquert; die Brücke ist 918 Meter lang. Das Gelände ist ganzjährig frei zugänglich.

Nördlich von Magdeburg kreuzen sich zwei Wasserwege: Der Mittellandkanal überquert die Elbe auf einer Brücke aus Stahl. Laut der offiziellen Seite des Elberadwegs führt der Radweg direkt über diese Trogbrücke, sodass du neben großen Frachtschiffen fährst [1]. Zum Wasserstraßenkreuz gehören außerdem die Doppelsparschleuse Hohenwarthe, die Sparschleuse Rothensee, die Schleuse Niegripp, die Niedrigwasserschleuse Magdeburg und das alte Schiffshebewerk Rothensee [2, 12]. Das Gelände ist ganzjährig frei zugänglich [6]. Die offizielle Seite des Elberadwegs beschreibt das Kreuz als Verbindung der Wasserstraßennetze im Westen und im Osten Deutschlands [1].
Lage am Elberadweg
Die offizielle Seite ordnet das Wasserstraßenkreuz dem Abschnitt I zu, der auf 75 Kilometern von Tangermünde nach Magdeburg reicht; als Fahrzeit nennt sie etwa sieben Stunden und 20 Minuten [1, 8]. Das Bauwerk liegt bei Hohenwarthe und ist nach ihren Angaben bequem über den Elberadweg zu erreichen [1]. Auf dieser Website gehört es zur Etappe 12 von Magdeburg nach Tangermünde. Wer aus Süden kommt, endet am Vortag mit Etappe 11 von Dessau-Roßlau nach Magdeburg in der Stadt und fährt am nächsten Morgen nach Norden zur Kanalbrücke.

Der Ort Hohenwarthe ist durch das Wasserstraßenkreuz bekannt geworden, das am 10.10.2003 eröffnet wurde [7]. Die evangelische Kirche des Ortes steht unmittelbar am Hochufer der Elbe am Weinberg [7]. Die Adresse des Wasserstraßenkreuzes lautet Zur Schleuse 5, 39126 Magdeburg [1, 6].
Ohne Rad erreichst du das Gelände mit der Straßenbahnlinie 10 bis zur Haltestelle Barleber See und gehst von dort etwa 20 Minuten zu Fuß; barrierefreie Parkplätze sind vorhanden [6]. Für Radreisende, die in Magdeburg übernachten, ist das ein Weg, sich das Bauwerk am Abend ohne Gepäck anzusehen.
Die Kanalbrücke in Zahlen
Das Herzstück ist die Kanalbrücke über die Elbe. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe nennt folgende Daten [3].

| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Länge gesamt | 918 Meter |
| Strombrücke über dem Fluss | 228 Meter in 3 Feldern |
| Vorlandbrücke | 690 Meter in 16 Feldern, für den Hochwasserabfluss ausgelegt |
| nutzbare Trogbreite | 32 Meter |
| Wassertiefe | 4,25 Meter |
| Durchfahrt auf der Elbe | 90 Meter breit bei 106,20 Metern Stützweite, mindestens 6,50 Meter hoch |
| Baustoffe | etwa 24.000 Tonnen Stahl und rund 68.000 Kubikmeter Stahlbeton |
| Bauzeit | März 1998 bis Juli 2003 |
| Verkehrsfreigabe | 10.10.2003 |
| Lage | Elbe-Kilometer 339,640 |
Schiffe fahren über die Brücke im Richtungsverkehr, weil die Schleuse Hohenwarthe den Verkehrsablauf bestimmt [3]. Wie die Brücke im Vergleich einzuordnen ist, beschreiben die Quellen unterschiedlich: Die offizielle Seite des Elberadwegs und die Ortsseite Hohenwarthe nennen sie die längste Kanalbrücke Europas [1, 7], das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe in seiner Beschreibung der Kanalbrücke, die Tourismusseite der Stadt Magdeburg und die Chronik des Amtes die längste Kanalbrücke der Welt [3, 6, 12].
Warum es das Kreuz gibt
Das Wasserstraßenkreuz verbindet die Elbe mit dem Mittellandkanal und dem Elbe-Havel-Kanal. Es lässt Schiffe die Elbe auf dem Kanal überqueren, ohne vom Wasserstand des Flusses abhängig zu sein, und macht den Magdeburger Hafen vom Mittellandkanal aus ganzjährig voll beladen erreichbar [2].
Vorher mussten Schiffe zwischen Hannover und Berlin einen Umweg fahren. Sie kamen über das Schiffshebewerk Rothensee in den Rothenseer Verbindungskanal, fuhren bei Kilometer 333 in die Elbe und auf ihr bis Kilometer 343, dann über den Niegripper Verbindungskanal und die Schleuse Niegripp in den Elbe-Havel-Kanal [2]. Noch stärker schränkten nach Angaben des Amtes die saisonalen Abladebeschränkungen auf der Elbe ein, also die Begrenzung der Ladung bei niedrigem Wasser [2]. Aus diesen Angaben ergibt sich ein Umweg von rund 10 Kilometern auf der Elbe; das ist unsere eigene Rechnung aus den beiden Kilometerangaben.
Bauherr aller neuen Wasserbauwerke war das Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg. Mit der jeweiligen Verkehrsfreigabe gingen Betrieb und Unterhaltung an das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe über [2]. Als letztes Bauwerk wurde am 12.12.2013 die Niedrigwasserschleuse Magdeburg für den Verkehr freigegeben [2].
Eine Brücke mit langer Vorgeschichte
Geplant war die Kanalbrücke schon vor fast hundert Jahren. 1926 wurde die Linienführung des Mittellandkanals östlich von Hannover festgelegt, mit einer Querung der Elbe nördlich von Magdeburg über eine Trogbrücke [12]. Von 1934 bis 1938 wurde der Kanal bis an die Elbe vollendet; am 30.10.1938 eröffneten das Schiffshebewerk Rothensee auf der Westseite und die Schleuse Niegripp auf der Ostseite gleichzeitig [12].
Ab 1938 sollte der Weiterbau das Kreuz mit einer Kanalbrücke und einem Doppelhebewerk bei Hohenwarthe vollenden. 1942 wurden die Arbeiten kriegsbedingt eingestellt, die Anlagen blieben unvollendet [12]. Die DDR hatte nach der Chronik des Wasserstraßenamtes kein eigenes wirtschaftliches Interesse am Wasserstraßenkreuz und führte das Vorhaben nicht konsequent weiter [12]. Erst nach 1990 wurde es als Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 17 geplant und fertiggestellt, einer durchgehenden Wasserstraße von Hannover bis Berlin; der Bundestag hatte die 17 Projekte im Frühjahr 1991 beschlossen [12].
| Bauwerk | Bauzeit laut Chronik |
|---|---|
| Schiffshebewerk Rothensee | 1930 bis 1938 |
| Schleuse Niegripp | 1934 bis 1938 |
| Sparschleuse Rothensee | 1997 bis 2001 |
| Kanalbrücke über die Elbe | 1998 bis 2003 |
| Doppelsparschleuse Hohenwarthe | 1999 bis 2003 |
| Niedrigwasserschleuse Magdeburg | 2006 bis 2013 |
Die Bauzeiten der Tabelle stehen in der Chronik des Mittellandkanals [12]. Auf der Einzelseite der Schleuse Hohenwarthe nennt das Amt als Bauzeit November 1998 bis Oktober 2003 [4]. Die Niedrigwasserschleuse sichert die Wasserstände im Rothenseer Verbindungskanal und im Industriehafen Magdeburg; bei ausreichend hohem Elbwasser werden ihre beiden Hubtore gehoben, dann ist auch Begegnungsverkehr möglich [13].
Schleusen und Schiffshebewerk
Die beiden großen Schleusen sind Sparschleusen. Neben den Kammern liegen Becken, die beim Schleusen einen Teil des Wassers aufnehmen und wieder abgeben; dadurch braucht jede Schleusung etwa 60 Prozent weniger Wasser [4, 10].

| Bauwerk | Lage | Hubhöhe | Kammer | Bauzeit |
|---|---|---|---|---|
| Doppelsparschleuse Hohenwarthe | zwischen Hohenwarthe und Niegripp, Mittellandkanal-km 325 | 18,50 bis 19,05 Meter | 190 mal 12,50 Meter, zwei Kammern mit je drei Sparbecken | November 1998 bis Oktober 2003 |
| Sparschleuse Rothensee | nördlich von Magdeburg, Mittellandkanal-km 319 | 10,45 bis 18,46 Meter | 190 mal 12,50 Meter | April 1997 bis Mai 2001 |
Die Daten für Hohenwarthe stammen vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe [4], die für Rothensee ebenfalls [10]. Hohenwarthe verbindet den Mittellandkanal mit dem Elbe-Havel-Kanal [6]. Die Sparschleuse Rothensee ersetzte die alte Verbindung über Hebewerk und Verbindungskanal und ist für große Motorgüterschiffe und Schubverbände gebaut [10]. Das Amt schreibt, sie sei im Sommer 2001 dem Verkehr übergeben worden [10]; die Tourismusseite der Stadt nennt den 21.05.2001 als Tag der Inbetriebnahme [6].
Das Schiffshebewerk Rothensee ging 1938 in Betrieb [5]. Bis zum Bau der neuen Schleusen und der Kanalbrücke war es die einzige Verbindung der Magdeburger Häfen, der Elbe und des Elbe-Havel-Kanals zum Mittellandkanal [2]. Im Juli 2006 nahm die Wasserstraßenverwaltung es außer Betrieb [5]. Seit August 2013 betreibt die Landeshauptstadt Magdeburg das Hebewerk, laut Wasserstraßenamt saisonal von Mai bis Oktober [2, 5]. Nach der Chronik des Amtes fahren dort seither nur noch Freizeitschiffe [12]; die Verbindung zwischen Kanal und Elbe übernimmt für Frachtschiffe die Sparschleuse Rothensee [10]. Wer in dieser Zeit vorbeikommt, kann einen Halt am Hebewerk mit der Kanalbrücke verbinden.
Mit dem Rad über die Trogbrücke
Für Radreisende ist der Weg über die Brücke der Grund für den Abstecher. Du fährst neben dem Kanal hoch über der Elbe und den Auen [1]. Vor Ort erklären Informationstafeln Geschichte und Funktion des Bauwerks, und die Elbwiesen in der Nähe eignen sich für eine Pause [1].
Nach unserer eigenen Einschätzung reicht für Brücke und Schleuse Hohenwarthe eine gute Stunde, wenn du nur schaust. Mit Sparschleuse und Schiffshebewerk Rothensee wird ein halber Tag daraus. Für die Gesamtplanung: Die offizielle Seite rät gemütlichen Radlern zu 30 bis 40 Kilometern am Tag, Tourenradlern zu 60 bis 70 [9]. Den Abschnitt bis Tangermünde gibt sie mit 75 Kilometern an [8]; mit einem längeren Halt am Wasserstraßenkreuz lohnt es sich, unterwegs zu übernachten. Wie du die Tage einteilst, rechnet der Etappenplaner durch.
Sperrungen nördlich von Magdeburg
Im Abschnitt I meldet die offizielle Seite vom 01.11.2024 bis 31.12.2026 eine Sperrung zwischen Ferchland und Klietznick wegen Deicharbeiten [8, 11]. Die Fähre Ferchland-Grieben ist vom 01.11.2026 bis 31.03.2027 in der Landrevision und fährt nicht [8, 11]. Beide Stellen liegen im selben Abschnitt auf dem Weg nach Tangermünde [8]. Den aktuellen Stand findest du in der Liste der Baustellen und Umleitungen auf elberadweg.de [11].
Wer vor oder nach dem Besuch die Stadt erkunden will, findet Hinweise auf der Seite Magdeburg mit dem Rad, den Überblick über das Bundesland unter Elberadweg in Sachsen-Anhalt. Plätze für Zelt und Wohnmobil stellt Camping in Sachsen-Anhalt vor.
- Organisation Wasserstraßenkreuz Magdeburg. Elberadweg, Koordinierungsstellen. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Wasserstraßenkreuz Magdeburg. Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Kanalbrücke über die Elbe. Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Doppelsparschleuse Hohenwarthe. Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Schiffshebewerk Rothensee. Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Wasserstraßenkreuz Magdeburg. Landeshauptstadt Magdeburg, Tourismusportal. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Hohenwarthe. Elberadweg, Koordinierungsstellen. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Abschnitt I: Tangermünde bis Magdeburg. Elberadweg, Koordinierungsstellen. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Die gesamte Strecke. Elberadweg, Koordinierungsstellen. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Sparschleuse Rothensee. Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Baustellen, Umleitungen, Fährausfälle. Elberadweg, Koordinierungsstellen. Stand Stand 29.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Chronik des Mittellandkanals. Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Niedrigwasserschleuse Magdeburg. Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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