Sehenswertes am ElberadwegRatgeber

Storchendorf Rühstädt: Weißstörche auf den Dächern an der Elbe

Rühstädt liegt im Abschnitt Wittenberge bis Havelberg des Elberadwegs und trägt seit 1996 den Titel "Europäisches Storchendorf". Je nach Quelle brüten dort jedes Jahr 25 bis rund 40 Storchenpaare; sie kommen Anfang April an und bereiten sich im August auf den Zug nach Süden vor. Das NABU-Besucherzentrum zeigt eine Ausstellung über den Weißstorch.

Mehrere Weißstörche stehen in großen Nestern auf alten Ziegeldächern eines Dorfes vor blauem Sommerhimmel
Bild: KI-generiert

In Rühstädt sitzen im Sommer Weißstörche auf vielen Dächern. Die offizielle Seite des Elberadwegs nennt den Ort das storchenreichste Dorf Deutschlands und schreibt, die zahlreichen Horste lockten im Sommer viele Besucher an [1]. Das Dorf liegt in der Prignitz an der Elbe, mitten im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg [2]. Laut Tourismusverband Prignitz leben dort etwa 250 Menschen [2], und nach seinen Angaben brüten auf den Dächern mehr als 30 Storchenpaare [2]. Die offizielle Seite des Elberadwegs nennt Rühstädt auch das größte Storchendorf Deutschlands [1].

Lage am Elberadweg

Die offizielle Seite ordnet Rühstädt dem Abschnitt G zu, der von Wittenberge nach Havelberg führt [1]. Auf dieser Website liegt das Dorf auf der Etappe 13 von Tangermünde nach Wittenberge, im letzten Teil zwischen Havelberg und Wittenberge. Nahe dem Dorf mündet die Havel in die Elbe: Der Tourismusverband Prignitz beschreibt die Stelle zwischen Abbendorf und Gnevsdorf als Beobachtungspunkt für Störche [3].

Ein ruhiger Radweg auf einem Deich an einer Flussmündung, in der feuchten Wiese stakst ein Storch
Bild: KI-generiert

Der Abschnitt G ist nach der offiziellen Seite 38 Kilometer lang, als Fahrzeit nennt sie knapp vier Stunden [10]. Sie beschreibt Wittenberge als Tor zur Elbtalaue, Gnevsdorf als den Ort, an dem die Havel in die Elbe fließt, und Bad Wilsnack als Ort zum Pilgern, Kuren und Erholen [10]. In Havelberg am anderen Ende des Abschnitts liegt das Haus der Flüsse, ein Natura-2000-Informationszentrum [10]. Es informiert über die Tier- und Pflanzenwelt an Elbe und Havel, ist von März bis Oktober täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet und kostet keinen Eintritt [11]. Wer von Süden kommt, kann dort vor Rühstädt einen ersten Halt einlegen.

Wer gezielt zu den Störchen will, kann die Radtour "Treffpunkt Adebar" des Tourismusverbands fahren. Sie ist 26,5 Kilometer lang, beginnt und endet am Bahnhof Bad Wilsnack und führt über Abbendorf, Gnevsdorf, Rühstädt und Groß Lüben zurück [3]. Unterwegs liegen die Beobachtungspunkte an der Elbe, an der Havelmündung und die rund 30 Horste im Dorf [3]. Eine GPX-Datei steht zum Herunterladen bereit [3]. Für Radreisende auf der Durchfahrt ist die Runde ein Abstecher; wer in Bad Wilsnack oder Wittenberge übernachtet, kann sie als eigenen kurzen Tag fahren.

Station der Rundewas es dort laut Tourismusverband gibt
Bad WilsnackStart und Ziel, Bahnhof mit Parkmöglichkeit
Abbendorf und GnevsdorfStörche an der Elbe und an der Havelmündung
Rühstädtrund 30 Horste im Ort, Weißstorchausstellung im NABU-Besucherzentrum
Groß LübenRückweg nach Bad Wilsnack

Die Stationen nennt der Tourismusverband Prignitz in seiner Tourenbeschreibung [3]. Angaben zum Wegbelag macht er nicht.

Wie viele Störche brüten

Die Zahl der Brutpaare schwankt von Jahr zu Jahr, und die Quellen nennen unterschiedliche Werte. Der Tourismusverband Prignitz spricht von mehr als 30 Paaren in mehr als 30 Horsten [2], in der Tourenbeschreibung von rund 30 Horsten im Ort [3]. Das NABU-Besucherzentrum nennt über 30 Storchenpaare und für das Rekordjahr 1996 44 Paare [12]. Der Storchenclub Rühstädt führt für 2013 34 Paare und 72 Junge auf [13]. Das Landestourismusportal Brandenburg gibt jährlich etwa 40 Brutpaare an [6] und nennt den Ort auf einer anderen Seite mit mehr als 30 Paaren Europas größtes Storchendorf [4].

Genaue Zahlen für ein einzelnes Jahr liefert die Zählung des Storchenbeauftragten der Prignitz, über die der Nordkurier im August 2024 berichtete [7]. Danach nisteten 2024 in Rühstädt 25 Paare, vier davon ohne Nachwuchs, und sie zogen 50 Junge groß [7]. So viele Jungstörche hatte es dort seit 2013 nicht mehr gegeben [7].

JahrJungstörche in Rühstädt
201372
202219
202331
202450

Die Zahlen stammen aus demselben Bericht [7]. In der ganzen Prignitz zogen 2024 nach dieser Zählung 160 Storchenpaare 426 Junge groß, 28 Paare blieben ohne Bruterfolg [7]. Jan Dierks vom NABU-Besucherzentrum Rühstädt nannte dort als Richtgröße, dass jedes Paar im Schnitt zwei Junge großziehen muss, damit der Bestand erhalten bleibt [7]. Rühstädt kam 2024 auf 2,4 Junge je Paar mit Nachwuchs, bezogen auf alle Paare auf 2,0, und lag damit unter dem im Bericht genannten Kreisdurchschnitt von über 2,7 [7]. Auf Platz zwei der Prignitzer Storchendörfer folgten Cumlosen mit 8 Paaren und 13 Jungen und Mödlich mit 8 Paaren und 12 Jungen [7]. Im gesamten Brandenburger Teil des Biosphärenreservats brüten nach dem Landestourismusportal weit über 100 Storchenpaare [6]. Dieser Teil umfasst etwa 70 Flusskilometer der Elbe, und das Besucherzentrum in Rühstädt gilt als sein südliches Eingangstor [6].

Wann die Störche da sind

Die Rühstädter Störche gehören nach dem Tourismusverband Prignitz zu den Westziehern [2]. Sie kommen Anfang April an und bereiten sich im August auf den Zug nach Süden vor; die Storchensaison reicht von April bis September [2]. Für Radreisende heißt das: Von Mai bis Juli stehen die Chancen am besten, Altvögel und Junge in den Nestern zu sehen. Diese Einordnung ist unsere eigene Folgerung aus den genannten Monaten.

Ein Weißstorch landet mit ausgebreiteten Flügeln auf einem großen Nest auf einem Schornstein im Abendlicht
Bild: KI-generiert

Auch außerhalb der Storchensaison lohnt der Ort. Das Landestourismusportal schreibt, dass im Herbst und Winter vom NABU-Besucherzentrum Ausflüge in die Elbauen starten, etwa zu Kranichen und Gänsen [4]. Für den Brandenburger Teil des Reservats nennt das Portal außerdem Kiebitze und bis zu 2.000 Singschwäne [6].

Das NABU-Besucherzentrum

Das NABU-Besucherzentrum Rühstädt liegt in der Straße Neuhaus 9, 19322 Rühstädt [5]. Die Ausstellung "Weltenbummler Adebar" informiert über den Weißstorch; die Ausstellung "Störche der Welt" ist eine Leihgabe des Naturkundemuseums Potsdam und stellt alle Storchenarten vor [5]. Dazu kommen Filmbeiträge und Informationen zum Biosphärenreservat. Die Ausstellung verteilt sich auf fünf Räume, einer davon ist nur über eine Treppe erreichbar [5].

Auf dem Dach des Zentrums ist eine Kamera installiert, die direkt in ein Storchennest blickt [2]. Im Sommer wird die Fütterung der Jungen auf den Dächern live übertragen [5]. Geführte Storchenrundgänge bieten die Naturwacht Rühstädt und das Team des Besucherzentrums an, zu Fuß oder mit dem Rad, für Familien, Gruppen und Einzelne [2]. Daneben gibt es Projekttage für Schulklassen, Ferienprogramme, Dorfführungen und auf Anfrage eine barrierefreie Führung [5]. Die offizielle Seite des Elberadwegs erwähnt zusätzlich das Storchenhaus des Storchenclubs [1].

Das Zentrum ist vom 27. März bis 1. November geöffnet, je nach Monat an unterschiedlichen Wochentagen und meist von 10 bis 16 oder 10 bis 18 Uhr; Montag ist außer in den Ferien und an Feiertagen Ruhetag [5]. Weil die Angaben für den Sommer auf der Seite des Landestourismusportals nicht eindeutig sind, schau vor dem Besuch auf der Seite des Besucherzentrums nach. Der Besucherparkplatz liegt etwa 30 Meter vom Eingang entfernt [5]. Die Ausstellung "Weltenbummler Adebar" ist barrierefrei zugänglich, für Kinderwagen und Rollatoren gibt es Abstellmöglichkeiten [5].

Schloss, Kirche und Umgebung

In der Ortsmitte steht ein Schloss mit Schlosspark, das heute ein Hotel ist [1, 4]. In der Kirche nennt die offizielle Seite des Elberadwegs die Epitaphien adliger Familien, einen Schnitzaltar und eine rekonstruierte Wagner-Orgel als sehenswert [1]. Das Landestourismusportal beschreibt sie als spätgotischen Backsteinbau, den die Familie Quitzow stark geprägt hat [4].

Eine spätgotische Dorfkirche aus Backstein, auf einem Dach daneben ein Storchennest, alte Bäume am Platz
Bild: KI-generiert

Für die Umgebung nennt die offizielle Seite das Turmuhrenmuseum, das Waldbad im Schillerhain, das Blaulichtmuseum in Beuster und die Stiftskirche St. Nikolaus in Beuster [1]. Seit 1996 trägt Rühstädt den Titel "Europäisches Storchendorf", den die Stiftung Euronatur vergibt; der Ort ist eines von 15 Storchendörfern der Initiative "European Stork Villages" [2].

Weiterfahrt und Hinweise zur Strecke

Flussabwärts geht es von Rühstädt nach Wittenberge, dem Ende von Etappe 13 auf dieser Website; der offizielle Abschnitt G beginnt dort und reicht bis Havelberg [10]. Dort gilt laut elberadweg.de wegen eines Brückenbaus vom 08.06.2026 bis 12.10.2029 eine Umleitung, die auch den Abschnitt G betrifft [8]. Prüfe die aktuelle Wegführung vor der Fahrt in der Liste der Baustellen und Umleitungen [8].

Fährst du flussaufwärts, kommst du von Etappe 14 zwischen Hitzacker und Wittenberge und erreichst Rühstädt hinter Wittenberge auf dem Weg nach Havelberg. Wo du in der Gegend übernachten kannst, steht unter Übernachten am Elberadweg.

Die offizielle Seite rät gemütlichen Radlern zu 30 bis 40 Kilometern am Tag, Tourenradlern zu 60 bis 70 [9]. Mit der Runde "Treffpunkt Adebar" und einem Besuch im Besucherzentrum ist ein Tag in der Gegend nach unserer Einschätzung gut gefüllt. Mehr zur Stadt am Ende der Etappe steht auf der Seite Wittenberge mit dem Rad, über das Schutzgebiet auf Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Zelt- und Wohnmobilplätze in der Region stellt Camping in Brandenburg vor.

  1. Organisation Rühstädt. Elberadweg, Koordinierungsstellen. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Europäisches Storchendorf Rühstädt. Tourismusverband Prignitz. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Treffpunkt Adebar (Radtour). Tourismusverband Prignitz. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Storchendorf Rühstädt. TMB Tourismus-Marketing Brandenburg. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation NABU-Besucherzentrum Rühstädt. TMB Tourismus-Marketing Brandenburg. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg auf einen Blick. TMB Tourismus-Marketing Brandenburg. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Die Prignitz erlebt ein gutes Storchenjahr (Kai Horstmann). Nordkurier. Stand 03.08.2024. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Baustellen, Umleitungen, Fährausfälle. Elberadweg, Koordinierungsstellen. Stand Stand 29.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Die gesamte Strecke. Elberadweg, Koordinierungsstellen. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Abschnitt G: Wittenberge bis Havelberg. Elberadweg, Koordinierungsstellen. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  11. Behörde Infozentrum Haus der Flüsse. Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  12. Organisation NABU-Besucherzentrum Rühstädt: Startseite. NABU-Besucherzentrum Rühstädt. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  13. Organisation Geburtenstatistik. Storchenclub Rühstädt e.V.. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.