50 Kilometer von der idyllischen Schifferstadt Lauenburg hinein in die pulsierende Hansestadt Hamburg. Die Etappe verbindet ruhige Naturerlebnisse mit dem urbanen Höhepunkt der norddeutschen Metropole. Industriegeschichte und Hafenromantik mischen sich auf der Anfahrt – und am Ende warten Speicherstadt, Elbphilharmonie und ein einzigartiges Hansestadt-Flair.
Wegverlauf im Detail
Von Lauenburg führt der Weg zunächst durch ruhige Auenlandschaft, vorbei an Geesthacht mit seinem markanten Wasserkraftwerk und Stauwehr. Ab Geesthacht verändert sich der Charakter der Strecke deutlich – ihr nähert euch der Hamburger Industriezone. Über Bergedorf und die Vier- und Marschlande, eine der größten zusammenhängenden Gartenbauregionen Europas, erreicht ihr die Hamburger Innenstadt. Die letzten Kilometer durch die HafenCity gehören zu den eindrucksvollsten der gesamten Tour.
Geesthacht und das Wehr
Geesthacht ist Standort des einzigen Stauwehrs der Elbe – ab hier ist die Elbe Tideelbe und vom Meer beeinflusst. Das Pumpspeicherkraftwerk ist eine eindrucksvolle technische Anlage. Etwa 1 Stunde lohnt der Halt.
Vier- und Marschlande
Die Vier- und Marschlande sind eine der größten zusammenhängenden Gartenbauregionen Europas. Hier wachsen viele der Blumen und Gemüse, die in Hamburg verkauft werden. Im Frühjahr blühen die Tulpenfelder, im Sommer locken Erdbeer-Selbstpflücke. Eine ländliche Idylle direkt am Stadtrand der Großstadt.
Hamburg: Hansestadt erleben
Hamburg braucht keine Vorstellung. Pflichtprogramm für Radler: HafenCity mit Elbphilharmonie, Speicherstadt (UNESCO-Welterbe), Landungsbrücken, Fischmarkt. Plant für Hamburg mindestens einen vollen Tag, besser zwei. Bett+Bike-Hotels gibt es zahlreiche, vor allem rund um den Hauptbahnhof und in St. Pauli.
Verpflegung und Pausen
Geesthacht (Halbstrecke) hat mehrere Restaurants und Cafés. In den Vier- und Marschlanden findet ihr charmante Hofläden mit Café. In Hamburg ist die Auswahl unbegrenzt – probiert unbedingt ein Fischbrötchen am Hafen.
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober. Hamburg ist als Großstadt ganzjährig attraktiv, im Sommer aber überlaufen – wer die Stadt entspannter erleben möchte, kommt im Frühjahr oder Herbst.
Wegbeschaffenheit
Überwiegend Asphalt, gut ausgebaut. In den Vier- und Marschlanden teils auf ruhigen Nebenstraßen, in Hamburg auf städtischen Radwegen. Im Stadtgebiet erhöhte Aufmerksamkeit nötig.
Insidertipp Erdbeer-Selbstpflücke
Im Juni/Juli sind die Vier- und Marschlande das Selbstpflück-Paradies für Erdbeeren. Mehrere Höfe direkt am Radweg. Eine süße Pause.
Notfälle und Service
Werkstätten gibt es in Geesthacht, Bergedorf und natürlich in der ganzen Hamburger Innenstadt. Apotheken und ärztliche Versorgung sind dicht verfügbar.
Anreise und Rückfahrt
Hamburg Hbf ist Knotenpunkt für ICE und IC – beste Anbindung an das gesamte Bundesgebiet. Lauenburg ist mit der Regionalbahn aus Hamburg in 30 Minuten erreichbar.
Praktische Hinweise zur Etappe
Bevor ihr euch auf die Strecke Lauenburg → Hamburg macht, lohnt es sich, ein paar praktische Vorbereitungen zu treffen. Die folgenden Tipps gelten als Ergänzung zu den klassischen Reisevorbereitungen und basieren auf den Erfahrungen vieler Radler, die diese Etappe bereits gefahren sind.
Anreise zum Etappenstart
Lauenburg ist überwiegend mit der Bahn erreichbar – die nächste Bahnstation findet ihr meist im Etappentitel verlinkt. Plant bei der Anreise mit Fahrrad eine Reservierung im ICE oder IC ein, da Stellplätze begrenzt sind. Im Nahverkehr (RB, RE) ist die Mitnahme meistens ohne Reservierung möglich, manchmal mit Aufpreis. Wer mit dem Auto anreist, sollte am Etappenende die Möglichkeit zur Bahn-Rückfahrt prüfen.
Was ihr mitnehmen solltet
Für eine Tagesetappe von 50 Kilometern mit ca. 3.5 Stunden reiner Fahrzeit braucht ihr: ausreichend Wasser (mindestens 1,5 Liter pro Person), Energieriegel oder Obst für unterwegs, Sonnenschutz (Cap, Sonnencreme, Sonnenbrille), eine Regenjacke (das Wetter kann sich schnell ändern), sowie das Standard-Pannenset (Ersatzschlauch, Multitool, Mini-Pumpe). Auf längeren Etappen empfehlen wir zusätzlich Reflektorbänder für die Abendstunden und eine kompakte Powerbank für Smartphone-Navigation. Kettenöl in einer kleinen Flasche kann auf Etappen mit häufigen Wechseln zwischen Asphalt und Schotter sinnvoll sein.
Pannenhilfe und Werkstätten
Entlang des Elberadwegs gibt es in den meisten größeren Orten Fahrradwerkstätten. Bei kleineren Pannen (Plattfuss, Schlauchwechsel) helfen euch oft auch Pensionen und Cafés direkt am Weg, besonders im ländlichen Bereich. Notiert euch vor der Tour die Telefonnummern der Werkstätten in den Etappenstädten – die Suche im Notfall mit leerem Akku ist ärgerlich. Eine Pannenhilfe-Versicherung wie ADFC-Pannenhilfe lohnt sich für längere Touren.
GPS-Navigation und Beschilderung
Die offizielle Beschilderung des Elberadwegs (das berühmte Logo mit dem stilisierten „E" und der Wellenlinie) ist auf der gesamten Strecke vorhanden, kann aber gelegentlich verdeckt oder beschädigt sein. Eine Smartphone-Navigation mit App wie Komoot, Bikemap oder OsmAnd ist daher empfehlenswert. Ladet die Karten unbedingt offline herunter, denn das Mobilfunknetz hat in einigen Auenabschnitten Lücken. Ein klassischer Fahrradtacho mit Distanz- und Zeit-Anzeige hilft bei der Routenplanung.
Etikette unterwegs
Der Elberadweg ist nicht nur Radler-, sondern oft auch Fußgänger- und Wanderweg. Klingelt rechtzeitig, fahrt rücksichtsvoll und überholt mit ausreichendem Sicherheitsabstand. In Naturschutzgebieten gelten besondere Regeln – bleibt auf den ausgewiesenen Wegen, hinterlasst keinen Müll und lasst die Tierwelt in Ruhe. In den Schutzgebieten ist das Betreten der Auenflächen außerhalb der Wege oft verboten. Hunde gehören in Naturschutzgebieten an die Leine.
Verbindung zu Familien.camp
Wer einen längeren Stopp einlegen oder Übernachtung mit Komfort verbindet, findet auf der Etappe Magdeburg → Tangermünde unseren Familien.camp in Bertingen. Der familienfreundliche Campingplatz liegt direkt am Elberadweg und bietet Plätze für Zelte, Wohnwagen und Hütten – auch als Tagesgast für ein Mittagessen im Café eine gute Adresse.