Die längste Sachsen-Anhalt-Etappe und gleichzeitig eine der landschaftlich vielfältigsten. 70 Kilometer durch das UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe, vorbei an Auwäldern, Storchennestern und der historischen Schiffsmühle Aken – mit der Ottostadt Magdeburg als großem Finale. Eine Etappe, die landschaftliche Ruhe und urbane Höhepunkte perfekt verbindet.
Wegverlauf im Detail
Der Weg startet am Bauhaus, verlässt Dessau-Roßlau Richtung Norden und führt über Aken, Barby und Schönebeck nach Magdeburg. Über weite Strecken verläuft der Radweg auf Deichkronen mit weitem Blick über die Elbauen – exponiert, also bei Gegenwind anstrengend. Der Untergrund ist überwiegend Asphalt, mit kurzen Schotterabschnitten in der Nähe der Auen. Plant für die Etappe mindestens 5 Stunden reine Fahrzeit ein.
Aken und seine Schiffsmühle
Aken besitzt eine sehenswerte Altstadt und die letzte funktionierende Schiffsmühle Deutschlands. Eine Schiffsmühle ist eine auf einem Schiff montierte Wassermühle, die durch die Strömung des Flusses angetrieben wird – im Mittelalter eine geniale Erfindung. Die Aker Schiffsmühle ist eine Rekonstruktion von 2002 und kann besichtigt werden. Auch die Marktkirche und das alte Rathaus lohnen einen Stopp.
Schönebeck und das Salzland
In Schönebeck lohnt das Salzlandmuseum mit der Geschichte der mitteldeutschen Salzgewinnung. Die Region rund um Schönebeck war Jahrhunderte lang Zentrum der Salzproduktion in Mitteldeutschland. Auch die Solbad-Tradition ist hier zu Hause; das Solequellbad ist nach langer Anfahrt eine willkommene Erfrischung.
Magdeburg: Ottostadt am Wasserstraßenkreuz
Magdeburg empfängt euch mit dem Hundertwasserhaus „Grüne Zitadelle", dem ältesten gotischen Dom Deutschlands und dem spektakulären Wasserstraßenkreuz – der längsten Kanalbrücke Europas (918 m). Die Stadt ist nach Kaiser Otto dem Großen benannt, der hier residierte. Im Magdeburger Dom befindet sich sein Grab. Pflichtprogramm: Domplatz, Grüne Zitadelle, Magdeburger Reiter (das erste freistehende Reiterstandbild des Mittelalters), Wasserstraßenkreuz im Norden der Stadt.
Verpflegung und Pausen
Aken ist nach etwa 30 km ein guter Pausenort – das Café am Markt ist sehr empfehlenswert. In Schönebeck (Halbstrecke) gibt es einen großen Supermarkt direkt am Weg. Magdeburg bietet die volle Großstadt-Auswahl. Tipp: ein Bier im Biergarten an der Sternbrücke mit Blick auf die Altstadt.
Übernachtung in Magdeburg
Magdeburg hat als Landeshauptstadt jede Hotel-Kategorie. Bett+Bike-Empfehlungen finden sich im Stadtteil Buckau und in der Altstadt. Besonders charmant ist die Übernachtung in einem der renovierten Gründerzeit-Häuser im Stadtteil Stadtfeld.
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober. Im Hochsommer können die Deichkronen-Strecken heiß und schattenlos werden – ausreichend Wasser und Sonnenschutz mitnehmen. Im Frühjahr und Herbst ist das Licht besonders schön, ideal für Fotos der Auenlandschaft.
Wegbeschaffenheit
Überwiegend Asphalt, mit kurzen Schotterabschnitten in den Auenbereichen. Geeignet für Trekking-, Touren- und E-Bikes. Die Strecke ist windexponiert – bei Gegenwind aus Westen anstrengend, bei Rückenwind sehr schnell.
Insidertipp Aken
In Aken lohnt nicht nur die Schiffsmühle, sondern auch der Blick vom Marktplatz auf die historische Bürgerhäuser-Reihe. Die Hauptstraße in Aken hat einige der schönsten Renaissance-Häuser Sachsen-Anhalts – oft übersehen, aber sehenswert.
Anreise nach Magdeburg
Magdeburg Hbf ist IC-Knotenpunkt mit direkten Verbindungen nach Berlin, Hannover, Hamburg und Leipzig. Fahrradmitnahme im IC reservieren! Aus dem Süden (z.B. Frankfurt) führt der Weg meist über Hannover.
Praktische Hinweise zur Etappe
Bevor ihr euch auf die Strecke Dessau-Roßlau → Magdeburg macht, lohnt es sich, ein paar praktische Vorbereitungen zu treffen. Die folgenden Tipps gelten als Ergänzung zu den klassischen Reisevorbereitungen und basieren auf den Erfahrungen vieler Radler, die diese Etappe bereits gefahren sind.
Anreise zum Etappenstart
Dessau-Roßlau ist überwiegend mit der Bahn erreichbar – die nächste Bahnstation findet ihr meist im Etappentitel verlinkt. Plant bei der Anreise mit Fahrrad eine Reservierung im ICE oder IC ein, da Stellplätze begrenzt sind. Im Nahverkehr (RB, RE) ist die Mitnahme meistens ohne Reservierung möglich, manchmal mit Aufpreis. Wer mit dem Auto anreist, sollte am Etappenende die Möglichkeit zur Bahn-Rückfahrt prüfen.
Was ihr mitnehmen solltet
Für eine Tagesetappe von 70 Kilometern mit ca. 5.0 Stunden reiner Fahrzeit braucht ihr: ausreichend Wasser (mindestens 1,5 Liter pro Person), Energieriegel oder Obst für unterwegs, Sonnenschutz (Cap, Sonnencreme, Sonnenbrille), eine Regenjacke (das Wetter kann sich schnell ändern), sowie das Standard-Pannenset (Ersatzschlauch, Multitool, Mini-Pumpe). Auf längeren Etappen empfehlen wir zusätzlich Reflektorbänder für die Abendstunden und eine kompakte Powerbank für Smartphone-Navigation. Kettenöl in einer kleinen Flasche kann auf Etappen mit häufigen Wechseln zwischen Asphalt und Schotter sinnvoll sein.
Pannenhilfe und Werkstätten
Entlang des Elberadwegs gibt es in den meisten größeren Orten Fahrradwerkstätten. Bei kleineren Pannen (Plattfuss, Schlauchwechsel) helfen euch oft auch Pensionen und Cafés direkt am Weg, besonders im ländlichen Bereich. Notiert euch vor der Tour die Telefonnummern der Werkstätten in den Etappenstädten – die Suche im Notfall mit leerem Akku ist ärgerlich. Eine Pannenhilfe-Versicherung wie ADFC-Pannenhilfe lohnt sich für längere Touren.
GPS-Navigation und Beschilderung
Die offizielle Beschilderung des Elberadwegs (das berühmte Logo mit dem stilisierten „E" und der Wellenlinie) ist auf der gesamten Strecke vorhanden, kann aber gelegentlich verdeckt oder beschädigt sein. Eine Smartphone-Navigation mit App wie Komoot, Bikemap oder OsmAnd ist daher empfehlenswert. Ladet die Karten unbedingt offline herunter, denn das Mobilfunknetz hat in einigen Auenabschnitten Lücken. Ein klassischer Fahrradtacho mit Distanz- und Zeit-Anzeige hilft bei der Routenplanung.
Etikette unterwegs
Der Elberadweg ist nicht nur Radler-, sondern oft auch Fußgänger- und Wanderweg. Klingelt rechtzeitig, fahrt rücksichtsvoll und überholt mit ausreichendem Sicherheitsabstand. In Naturschutzgebieten gelten besondere Regeln – bleibt auf den ausgewiesenen Wegen, hinterlasst keinen Müll und lasst die Tierwelt in Ruhe. In den Schutzgebieten ist das Betreten der Auenflächen außerhalb der Wege oft verboten. Hunde gehören in Naturschutzgebieten an die Leine.
Verbindung zu Familien.camp
Wer einen längeren Stopp einlegen oder Übernachtung mit Komfort verbindet, findet auf der Etappe Magdeburg → Tangermünde unseren Familien.camp in Bertingen. Der familienfreundliche Campingplatz liegt direkt am Elberadweg und bietet Plätze für Zelte, Wohnwagen und Hütten – auch als Tagesgast für ein Mittagessen im Café eine gute Adresse.