Die kürzeste Etappe der gesamten Strecke und gleichzeitig eine der schönsten – auf nur 35 Kilometern überquert ihr die deutsch-tschechische Grenze und durchquert das Herzstück der Sächsischen Schweiz. Steile Sandsteinfelsen rechts und links, dichte Wälder, immer wieder kleine, malerische Dörfer am Wasser. Wer Zeit hat, sollte diese Etappe nicht abhetzen, sondern bewusst kurz halten – es lohnt sich, in Bad Schandau einen ganzen Nachmittag oder sogar einen Ruhetag einzuplanen.
Wegverlauf im Detail
Von Děčín führt der Weg auf der rechten Elbseite (in Fahrtrichtung Nord) durch das enge Tal der „Langen Fahrt". Bei Hřensko überquert ihr die Grenze nach Deutschland; ab Schmilka beginnt der Nationalpark Sächsische Schweiz. Der Radweg ist hier komplett asphaltiert und überwiegend autofrei. Bad Schandau erreicht ihr nach etwa 3 Stunden gemütlicher Fahrt. Die landschaftliche Dichte an Felsformationen, Aussichten und kleinen Dörfern ist auf dieser Etappe einzigartig.
Highlights am Wegesrand
Schon kurz hinter Hřensko zweigt eine Wanderung zum Prebischtor (Pravčická brána) ab – Europas größtem natürlichen Felsentor. Plant dafür einen halben Tag ein und schließt euer Rad sicher ab. Auf deutscher Seite folgen die Schmilka mit ihrer historischen Mühle, die Bastei mit der berühmten Sandsteinbrücke und der spektakulären Aussicht (über eine Fähre erreichbar) sowie die Festung Königstein mit ihrer 750-jährigen Geschichte. Direkt am Wegesrand liegt auch der Nationalpark-Bahnhof, wo eine historische Schmalspurbahn verkehrt.
Bad Schandau als Etappenziel
Bad Schandau ist seit dem 19. Jahrhundert ein klassischer Kurort und das Tor zur Sächsischen Schweiz. Mit seinen historischen Hotels, der Toskana-Therme und den Personenschiff-Anlegern hat es einen ganz eigenen Charme. Vom Markt aus könnt ihr mit dem nostalgischen Kirnitzschtal-Bähnchen ins romantische Kirnitzschtal fahren. Wer wandern möchte, findet von Bad Schandau aus zahlreiche Aufstiege in die Felsenwelt – darunter den berühmten Schrammsteinaufstieg.
Verpflegung und Pausen
Auf dieser Etappe gibt es so viele Pausenmöglichkeiten, dass ihr eher Probleme habt, sie alle wahrzunehmen. Direkt nach der Grenze in Schmilka empfehlen wir den Bio-Hofladen mit Café. Auf halber Strecke liegt die Mühle in Krippen mit ihrem urigen Biergarten. In Bad Schandau habt ihr die volle Auswahl – von Cafés am Markt bis zu gehobenen Restaurants in den historischen Hotels.
Übernachtung
Bad Schandau ist auf Tourismus eingestellt und bietet alle Übernachtungs-Kategorien. Besonders charmant sind die historischen Häuser am Markt und entlang der Elbe. Camping-Freunde finden in den umliegenden Dörfern mehrere Plätze.
Wegbeschaffenheit
Die Strecke ist auf der gesamten Länge asphaltiert und überwiegend autofrei. Geeignet für jede Art von Rad, vom Rennrad bis zum vollgepackten Tourenrad. Die meisten Höhenunterschiede sind minimal – maximal 30 Höhenmeter auf der gesamten Etappe. Ideal auch für E-Bike-Anfänger und Familien mit kleineren Kindern.
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober ist Hauptsaison. Im Sommer (Juli/August) kann es im Sächsischen Schweiz-Park sehr voll werden, vor allem an den Wochenenden. Wer die Felsenwelt ruhig erleben möchte, kommt besser im Mai/Juni oder September/Oktober. Im Herbst leuchten die Sandsteinfelsen in einem warmen Goldton – fotografisch ein Highlight.
Notfallinformationen
Im Nationalpark Sächsische Schweiz ist die Notrufnummer 112. Bei Wanderunfällen in den Felsen gilt die Bergrettung Sachsen (Notruf 110). In Bad Schandau gibt es eine Notfallambulanz; nächstes Krankenhaus mit Rettungsstelle ist Sebnitz.
Praktische Hinweise zur Etappe
Bevor ihr euch auf die Strecke Děčín → Bad Schandau macht, lohnt es sich, ein paar praktische Vorbereitungen zu treffen. Die folgenden Tipps gelten als Ergänzung zu den klassischen Reisevorbereitungen und basieren auf den Erfahrungen vieler Radler, die diese Etappe bereits gefahren sind.
Anreise zum Etappenstart
Děčín ist überwiegend mit der Bahn erreichbar – die nächste Bahnstation findet ihr meist im Etappentitel verlinkt. Plant bei der Anreise mit Fahrrad eine Reservierung im ICE oder IC ein, da Stellplätze begrenzt sind. Im Nahverkehr (RB, RE) ist die Mitnahme meistens ohne Reservierung möglich, manchmal mit Aufpreis. Wer mit dem Auto anreist, sollte am Etappenende die Möglichkeit zur Bahn-Rückfahrt prüfen.
Was ihr mitnehmen solltet
Für eine Tagesetappe von 35 Kilometern mit ca. 3.0 Stunden reiner Fahrzeit braucht ihr: ausreichend Wasser (mindestens 1,5 Liter pro Person), Energieriegel oder Obst für unterwegs, Sonnenschutz (Cap, Sonnencreme, Sonnenbrille), eine Regenjacke (das Wetter kann sich schnell ändern), sowie das Standard-Pannenset (Ersatzschlauch, Multitool, Mini-Pumpe). Auf längeren Etappen empfehlen wir zusätzlich Reflektorbänder für die Abendstunden und eine kompakte Powerbank für Smartphone-Navigation. Kettenöl in einer kleinen Flasche kann auf Etappen mit häufigen Wechseln zwischen Asphalt und Schotter sinnvoll sein.
Pannenhilfe und Werkstätten
Entlang des Elberadwegs gibt es in den meisten größeren Orten Fahrradwerkstätten. Bei kleineren Pannen (Plattfuss, Schlauchwechsel) helfen euch oft auch Pensionen und Cafés direkt am Weg, besonders im ländlichen Bereich. Notiert euch vor der Tour die Telefonnummern der Werkstätten in den Etappenstädten – die Suche im Notfall mit leerem Akku ist ärgerlich. Eine Pannenhilfe-Versicherung wie ADFC-Pannenhilfe lohnt sich für längere Touren.
GPS-Navigation und Beschilderung
Die offizielle Beschilderung des Elberadwegs (das berühmte Logo mit dem stilisierten „E" und der Wellenlinie) ist auf der gesamten Strecke vorhanden, kann aber gelegentlich verdeckt oder beschädigt sein. Eine Smartphone-Navigation mit App wie Komoot, Bikemap oder OsmAnd ist daher empfehlenswert. Ladet die Karten unbedingt offline herunter, denn das Mobilfunknetz hat in einigen Auenabschnitten Lücken. Ein klassischer Fahrradtacho mit Distanz- und Zeit-Anzeige hilft bei der Routenplanung.
Etikette unterwegs
Der Elberadweg ist nicht nur Radler-, sondern oft auch Fußgänger- und Wanderweg. Klingelt rechtzeitig, fahrt rücksichtsvoll und überholt mit ausreichendem Sicherheitsabstand. In Naturschutzgebieten gelten besondere Regeln – bleibt auf den ausgewiesenen Wegen, hinterlasst keinen Müll und lasst die Tierwelt in Ruhe. In den Schutzgebieten ist das Betreten der Auenflächen außerhalb der Wege oft verboten. Hunde gehören in Naturschutzgebieten an die Leine.
Verbindung zu Familien.camp
Wer einen längeren Stopp einlegen oder Übernachtung mit Komfort verbindet, findet auf der Etappe Magdeburg → Tangermünde unseren Familien.camp in Bertingen. Der familienfreundliche Campingplatz liegt direkt am Elberadweg und bietet Plätze für Zelte, Wohnwagen und Hütten – auch als Tagesgast für ein Mittagessen im Café eine gute Adresse.