Das große Finale des Elberadwegs: 140 Kilometer von der Hansestadt Hamburg bis zur Mündung in die Nordsee bei Cuxhaven. Diese Etappe ist die längste der gesamten Strecke und sollte unbedingt in zwei Tage geteilt werden – Stade oder Otterndorf bieten sich als Übernachtungsorte an. Belohnt werdet ihr mit dem Alten Land in voller Blüte (Frühjahr), endlosen Marschlandschaften und schließlich dem unvergleichlichen Moment, an dem die Elbe in die Nordsee mündet.
Wegverlauf im Detail
Von Hamburg führt der Weg über die Köhlbrandbrücke (für Radler über die Fähre) ins Alte Land, eine der größten Obstanbau-Regionen Europas. Über Stade, das in seinem mittelalterlichen Stadtkern fast unverändert erhalten ist, weiter nach Otterndorf und schließlich Cuxhaven. Die Landschaft öffnet sich immer mehr – die Elbe wird zur Mündung hin breiter, das Wattenmeer rückt näher. Die letzten Kilometer führen direkt am Deich entlang mit Blick auf das Wattenmeer.
Altes Land: Apfelblüte und Fachwerk
Das Alte Land ist eines der größten Obstanbaugebiete Europas. Im April/Mai ist die Apfelblüte ein Naturschauspiel, im September die Erntezeit – beides wunderbare Reisezeiten. Charakteristisch sind die prächtigen Fachwerk-Bauernhäuser mit ihren reich verzierten Toreinfahrten („Brauttüren"). Jork und Mittelnkirchen sind die schönsten Dörfer.
Stade: Hansestadt mit Hafenflair
Stade hat eine wunderschön erhaltene Altstadt mit Hansehafen, Fachwerkhäusern und der mächtigen St.-Wilhadi-Kirche. Plant mindestens einen halben Tag ein. Wer die Etappe teilen möchte, übernachtet hier perfekt.
Cuxhaven: das große Finale
Cuxhaven liegt an der Mündung der Elbe in die Nordsee – das Ende des Elberadwegs. Die Kugelbake, ein historisches Seezeichen aus Holz, markiert den offiziellen Endpunkt. Von hier könnt ihr aufs Wattenmeer blicken (UNESCO-Welterbe) oder bei Ebbe sogar ins Watt wandern. Der Augenblick, an dem ihr nach 1.270 Kilometern die Kugelbake erreicht, ist unvergesslich.
Verpflegung und Pausen
Stade (Halbstrecke) ist der natürliche Mittagsstopp – die Restaurants am Hansehafen sind hervorragend. Otterndorf bietet sich für eine Übernachtung an, falls ihr die Etappe teilt. In Cuxhaven dann das große Finale: Fischbrötchen am Hafen, Krabbenbrot, ein Bier zur Belohnung.
Insidertipp Stade
Stade ist eine der schönsten Hansestädte Norddeutschlands und wird oft schnell durchradelt. Plant unbedingt Zeit ein für: den Hansehafen mit dem hölzernen Schwedenspeicher, die St.-Wilhadi-Kirche, das Museum „Heute & Damals". Der historische Marktplatz ist ein Postkartenmotiv.
Wegbeschaffenheit
Überwiegend Asphalt, gut beschildert. Im Alten Land teils auf ruhigen Nebenstraßen zwischen den Obstplantagen. Die letzten Kilometer am Wattenmeer sind windexponiert – Wind- und Wetterschutz mitnehmen.
Notfälle
Werkstätten und Apotheken in Stade, Otterndorf und Cuxhaven. In den ländlichen Abschnitten zwischen den Städten ist die Dichte geringer – Reservereifen-Pannenset ist Pflicht.
Rückfahrt aus Cuxhaven
Direkte Bahnverbindung mit dem RegionalExpress nach Hamburg (etwa 2 Stunden). Fahrradmitnahme ohne Reservierung möglich. Wer ein Wochenende in Cuxhaven anhängen möchte: Helgoland-Tagesausflüge ab Cuxhaven sind ein Highlight.
Geschafft – und nun?
Die Kugelbake markiert das offizielle Ende des Elberadwegs. Genießt den Moment – nach 1.270 Kilometern ist das ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt. Tipp: Foto an der Kugelbake, dann in eines der Restaurants am Hafen für ein Krabbenbrot zur Belohnung.
Praktische Hinweise zur Etappe
Bevor ihr euch auf die Strecke Hamburg → Cuxhaven macht, lohnt es sich, ein paar praktische Vorbereitungen zu treffen. Die folgenden Tipps gelten als Ergänzung zu den klassischen Reisevorbereitungen und basieren auf den Erfahrungen vieler Radler, die diese Etappe bereits gefahren sind.
Anreise zum Etappenstart
Hamburg ist überwiegend mit der Bahn erreichbar – die nächste Bahnstation findet ihr meist im Etappentitel verlinkt. Plant bei der Anreise mit Fahrrad eine Reservierung im ICE oder IC ein, da Stellplätze begrenzt sind. Im Nahverkehr (RB, RE) ist die Mitnahme meistens ohne Reservierung möglich, manchmal mit Aufpreis. Wer mit dem Auto anreist, sollte am Etappenende die Möglichkeit zur Bahn-Rückfahrt prüfen.
Was ihr mitnehmen solltet
Für eine Tagesetappe von 140 Kilometern mit ca. 9.0 Stunden reiner Fahrzeit braucht ihr: ausreichend Wasser (mindestens 1,5 Liter pro Person), Energieriegel oder Obst für unterwegs, Sonnenschutz (Cap, Sonnencreme, Sonnenbrille), eine Regenjacke (das Wetter kann sich schnell ändern), sowie das Standard-Pannenset (Ersatzschlauch, Multitool, Mini-Pumpe). Auf längeren Etappen empfehlen wir zusätzlich Reflektorbänder für die Abendstunden und eine kompakte Powerbank für Smartphone-Navigation. Kettenöl in einer kleinen Flasche kann auf Etappen mit häufigen Wechseln zwischen Asphalt und Schotter sinnvoll sein.
Pannenhilfe und Werkstätten
Entlang des Elberadwegs gibt es in den meisten größeren Orten Fahrradwerkstätten. Bei kleineren Pannen (Plattfuss, Schlauchwechsel) helfen euch oft auch Pensionen und Cafés direkt am Weg, besonders im ländlichen Bereich. Notiert euch vor der Tour die Telefonnummern der Werkstätten in den Etappenstädten – die Suche im Notfall mit leerem Akku ist ärgerlich. Eine Pannenhilfe-Versicherung wie ADFC-Pannenhilfe lohnt sich für längere Touren.
GPS-Navigation und Beschilderung
Die offizielle Beschilderung des Elberadwegs (das berühmte Logo mit dem stilisierten „E" und der Wellenlinie) ist auf der gesamten Strecke vorhanden, kann aber gelegentlich verdeckt oder beschädigt sein. Eine Smartphone-Navigation mit App wie Komoot, Bikemap oder OsmAnd ist daher empfehlenswert. Ladet die Karten unbedingt offline herunter, denn das Mobilfunknetz hat in einigen Auenabschnitten Lücken. Ein klassischer Fahrradtacho mit Distanz- und Zeit-Anzeige hilft bei der Routenplanung.
Etikette unterwegs
Der Elberadweg ist nicht nur Radler-, sondern oft auch Fußgänger- und Wanderweg. Klingelt rechtzeitig, fahrt rücksichtsvoll und überholt mit ausreichendem Sicherheitsabstand. In Naturschutzgebieten gelten besondere Regeln – bleibt auf den ausgewiesenen Wegen, hinterlasst keinen Müll und lasst die Tierwelt in Ruhe. In den Schutzgebieten ist das Betreten der Auenflächen außerhalb der Wege oft verboten. Hunde gehören in Naturschutzgebieten an die Leine.
Verbindung zu Familien.camp
Wer einen längeren Stopp einlegen oder Übernachtung mit Komfort verbindet, findet auf der Etappe Magdeburg → Tangermünde unseren Familien.camp in Bertingen. Der familienfreundliche Campingplatz liegt direkt am Elberadweg und bietet Plätze für Zelte, Wohnwagen und Hütten – auch als Tagesgast für ein Mittagessen im Café eine gute Adresse.