Wittenberge ist die größte Stadt der Prignitz und liegt direkt am Elberadweg. Die ehemalige Industriestadt überrascht mit rauer Eleganz: der berühmte Uhrenturm (die größte Uhr Europas), die Promenade entlang der Elbe und das Veritas-Nähmaschinen-Werksmuseum machen den Ort zu einem spannenden Stopp zwischen Tangermünde und Hitzacker.
Geschichte
Wittenberge entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Industriestandorte Norddeutschlands – Eisenbahn, Nähmaschinen (Singer, später Veritas), Ölmühle, Zellstoffwerk. Die riesige Uhr am ehemaligen Nähmaschinenwerk (erbaut 1929) war ein Prestigeobjekt und ist mit 7,65 m Durchmesser bis heute die größte mitteleuropäische Turmuhr. Nach der Wende verlor Wittenberge viele Arbeitsplätze, erholt sich aber dank Tourismus und Elbradweg langsam.
Highlights und Sehenswürdigkeiten
Pflichtprogramm: Uhrenturm am ehemaligen Veritas-Werk – Wahrzeichen der Stadt und fotogen aus allen Perspektiven; Veritas-Werksmuseum mit Geschichte der Nähmaschinen-Industrie; Elbpromenade für einen Abendspaziergang; Puschkinpark und der historische Stadthafen. Wer Zeit hat: ein Abstecher zum nahegelegenen Storchendorf Rühstädt (11 km), dem europäischen Storchendorf.
Praktisches für Radler
Wittenberge ist ICE-Halt auf der Strecke Berlin–Hamburg – mit 1 Stunde Fahrtzeit aus beiden Richtungen perfekt erreichbar. Bett+Bike-Pensionen gibt es mehrere in Zentrumsnähe. Der Bahnhof liegt 5 Gehminuten von der Elbpromenade. Eine Übernachtung lohnt sich, auch weil die umliegenden Naturhighlights (Rühstädt, Biosphärenreservat) gut erreichbar sind.
Geschichte und Bedeutung am Elberadweg
Wittenberge liegt am Elberadweg in der Region Sachsen-Anhalt und ist ein wichtiger Knoten- oder Etappenpunkt für Radreisende. Industriegeschichte trifft Elbtal – das Tor zur Prignitz. Die Stadt eignet sich sowohl für einen Tagesstopp als auch für eine Übernachtung, je nach individueller Reiseplanung. Geschichtlich blickt Wittenberge auf eine lange Tradition zurück. Wie viele Orte am Elberadweg ist die Stadt durch die Lage am Fluss geprägt – die Elbe war jahrhundertelang Handelsweg, Lebensader und kulturelle Verbindung zwischen Tschechien und der Nordsee. Diese Geschichte spürt man bis heute in der Architektur, dem Stadtbild und der lokalen Kultur.
Was Radler in Wittenberge erwartet
Für Radler bietet Wittenberge alle wichtigen Infrastruktur-Punkte: Übernachtungsmöglichkeiten in verschiedenen Preisklassen, Fahrradwerkstätten oder zumindest Fahrrad-Service-Stationen, gastronomische Angebote für Tagesgäste, und in den meisten Fällen auch eine Bahnverbindung zur möglichen Anreise oder Rückfahrt. Wer hier eine Übernachtung einplant, sollte die Bett+Bike-zertifizierten Häuser bevorzugen – sie sind speziell auf die Bedürfnisse von Radreisenden ausgerichtet (sicherer Fahrrad-Stellplatz, Trockenraum für nasse Kleidung, frühes Frühstück, Tour-Tipps der Gastgeber).
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Die touristischen Highlights von Wittenberge variieren je nach Größe und Geschichte des Ortes. Größere Städte wie Dresden, Magdeburg oder Hamburg bieten Welterbe und vielfältige Museen, während kleinere Orte wie Hitzacker, Tangermünde oder Lauenburg mit ihrem historischen Stadtkern und der intimen Atmosphäre punkten. Plant entsprechend Zeit ein – ein flüchtiger Stopp wird vielen dieser Orte nicht gerecht. Eine ausführliche Stadtführung (oft kostenlos oder gegen kleinen Beitrag) lohnt sich fast überall. Auch die lokalen Tourist-Informationen haben oft kostenlose Stadtkarten und Hinweise auf weniger bekannte Sehenswürdigkeiten parat.
Anreise und praktische Hinweise
Die meisten Etappenstädte am Elberadweg sind hervorragend mit der Bahn erreichbar. Wer mit dem Auto anreist und am Etappenende die Bahn-Rückfahrt plant, sollte die Fahrradmitnahme im IC oder ICE rechtzeitig reservieren. Im Nahverkehr (RB, RE) ist die Mitnahme meist ohne Reservierung möglich. Vor Ort empfiehlt sich die Tourist-Information, die oft kostenlose Stadtkarten mit eingezeichneten Sehenswürdigkeiten und Bett+Bike-Hotels bereithält. Mobilfunknetz und WLAN sind in den deutschen Etappenstädten flächendeckend gut. Auch öffentliche Toiletten, Wasserspender und Sitzbänke sind in den Innenstädten meist gut verteilt.
Übernachten in Wittenberge
Die Übernachtung in Wittenberge sollte rechtzeitig gebucht werden, vor allem in der Hochsaison (Juli/August). Empfehlenswert sind Häuser mit Bett+Bike-Zertifikat, da sie auf Radreisende eingestellt sind und sicheres Abstellen des Fahrrads garantieren. Auch Camping-Plätze gibt es in vielen Städten am oder nahe des Elberadwegs – eine günstige und naturverbundene Alternative. Wer früh bucht, hat eine größere Auswahl und oft auch günstigere Preise. Die Preisspanne reicht von einfachen Pensionen (40–60 € pro Nacht) bis zu gehobenen Hotels (120–180 € pro Nacht).
Gastronomie und Verpflegung
Kulinarisch hat jede Region am Elberadweg ihre Eigenheiten. In Sachsen-Anhalt erwarten euch deftige Hausmannskost und regionale Spezialitäten wie Altmärker Tiegelbraten oder Magdeburger Bötel. In Sachsen findet ihr sächsische Klassiker wie Sauerbraten und natürlich Meißner Wein. Im Norden dominieren Fischgerichte – Matjes, Krabbenbrot und Bismarckhering. In den größeren Städten finden sich auch internationale Küchen, von italienisch bis vietnamesisch. Cafés und Bäckereien sind in praktisch jedem Etappenort vorhanden – oft mit selbstgebackenem Kuchen und regionalen Produkten.
Tipp für Familienreisende
Wer eine Tour mit Familie plant, findet auf der Etappe Magdeburg → Tangermünde unser Familien.camp in Bertingen – ein familienfreundlicher Campingplatz direkt am Elberadweg, der sich auch als Tagesgast-Pausenort lohnt. Spielplatz, Tipidorf und Café machen den Stopp besonders mit Kindern attraktiv. Die ruhige Lage in der Altmark ist eine willkommene Ergänzung zu den lebhafteren Großstadt-Etappen.