60 Kilometer durch eines der unberührtesten Naturgebiete Mitteleuropas: Das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe ist Heimat von Seeadler, Biber, Kranich und Wolf. Die Strecke ist flach, ruhig und führt überwiegend auf autofreien Deichkronen-Wegen.
Wegverlauf im Detail
Von Wittenberge führt der Weg zunächst nach Norden, dann durch die Auenlandschaft des Biosphärenreservats. Die Strecke ist überwiegend asphaltiert, kurze Abschnitte verlaufen auf Deichkronen mit Schotter. Bei Dömitz erreicht ihr eine kleine, charmante Stadt mit ihrer historischen Festung. Die letzten Kilometer vor Hitzacker führen durch besonders idyllische Auenwälder.
Dömitz: Festungsstadt an der Elbe
Dömitz besitzt eine sehenswerte Festung aus dem 16. Jahrhundert – eine der wenigen erhaltenen Niederungsburgen Norddeutschlands. Die Festung beherbergt heute ein Museum mit Wechselausstellungen. Auch die alte Eisenbahnbrücke (im Krieg zerstört, heute Ruine) ist ein eindrucksvolles Relikt. Plant 30–60 Minuten für Dömitz ein.
Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe
Das UNESCO-Biosphärenreservat erstreckt sich über mehrere Bundesländer und schützt eines der ursprünglichsten Flusssysteme Mitteleuropas. Hier leben Seeadler, Schwarzstörche, Biber und seit einigen Jahren auch wieder Wölfe. Die beste Beobachtungszeit ist morgens und abends; Ferngläser sind empfehlenswert. Mehrere Beobachtungsplattformen direkt am Weg.
Hitzacker: romantische Inselaltstadt
Hitzacker ist eine der schönsten Kleinstädte Norddeutschlands. Die Altstadt liegt auf einer Insel zwischen Elbe und Jeetzel, umgeben von Wasser. Charakteristisch sind die Fachwerkhäuser, der Marktplatz und das Archäologische Zentrum. Hitzacker ist auch hochwassergeprüft – das „Hitzacker-Hochwasser" 2002 und 2013 hat Spuren hinterlassen, die heute museal aufgearbeitet sind.
Verpflegung und Pausen
Auf der Strecke gibt es immer wieder kleine Gartenrestaurants und Cafés in den Dörfern. Dömitz (Halbstrecke) ist der natürliche Mittagsstopp. In Hitzacker selbst findet ihr eine schöne Auswahl an Restaurants und Cafés in der Altstadt – besonders empfehlenswert sind die Außenterrassen mit Wasserblick.
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober. Frühjahr und Frühherbst sind ideal für Tierbeobachtungen im Biosphärenreservat – im Mai brüten die Kraniche, im September/Oktober ziehen Tausende durchs Gebiet. Im Hochsommer kann es heiß und schwül werden.
Wegbeschaffenheit
Überwiegend Asphalt, einige Abschnitte auf Deichkronen mit Schotter. Geeignet für Trekking- und Tourenräder. Die Strecke ist sehr ruhig und autofrei – ideal für entspanntes Radfahren und Tierbeobachtungen.
Insidertipp Tierbeobachtung
Im Biosphärenreservat lohnt es sich, früh morgens (vor 9 Uhr) oder spät am Nachmittag (nach 17 Uhr) auf den Beobachtungsplattformen Halt zu machen. Die Tierdichte ist dann am höchsten. Ein Fernglas gehört unbedingt ins Gepäck.
Notfälle
Im Biosphärenreservat ist die Versorgungsdichte gering. Werkstätten gibt es in Dömitz und Hitzacker. Apotheken und ärztliche Notfallversorgung in beiden Orten.
Anreise mit der Bahn
Wittenberge liegt an der Hauptstrecke Berlin–Hamburg. Hitzacker hat eine Regionalbahnverbindung nach Lüneburg und Hamburg. Fahrradmitnahme im RegionalExpress meist ohne Reservierung möglich.
Praktische Hinweise zur Etappe
Bevor ihr euch auf die Strecke Wittenberge → Hitzacker macht, lohnt es sich, ein paar praktische Vorbereitungen zu treffen. Die folgenden Tipps gelten als Ergänzung zu den klassischen Reisevorbereitungen und basieren auf den Erfahrungen vieler Radler, die diese Etappe bereits gefahren sind.
Anreise zum Etappenstart
Wittenberge ist überwiegend mit der Bahn erreichbar – die nächste Bahnstation findet ihr meist im Etappentitel verlinkt. Plant bei der Anreise mit Fahrrad eine Reservierung im ICE oder IC ein, da Stellplätze begrenzt sind. Im Nahverkehr (RB, RE) ist die Mitnahme meistens ohne Reservierung möglich, manchmal mit Aufpreis. Wer mit dem Auto anreist, sollte am Etappenende die Möglichkeit zur Bahn-Rückfahrt prüfen.
Was ihr mitnehmen solltet
Für eine Tagesetappe von 60 Kilometern mit ca. 4.5 Stunden reiner Fahrzeit braucht ihr: ausreichend Wasser (mindestens 1,5 Liter pro Person), Energieriegel oder Obst für unterwegs, Sonnenschutz (Cap, Sonnencreme, Sonnenbrille), eine Regenjacke (das Wetter kann sich schnell ändern), sowie das Standard-Pannenset (Ersatzschlauch, Multitool, Mini-Pumpe). Auf längeren Etappen empfehlen wir zusätzlich Reflektorbänder für die Abendstunden und eine kompakte Powerbank für Smartphone-Navigation. Kettenöl in einer kleinen Flasche kann auf Etappen mit häufigen Wechseln zwischen Asphalt und Schotter sinnvoll sein.
Pannenhilfe und Werkstätten
Entlang des Elberadwegs gibt es in den meisten größeren Orten Fahrradwerkstätten. Bei kleineren Pannen (Plattfuss, Schlauchwechsel) helfen euch oft auch Pensionen und Cafés direkt am Weg, besonders im ländlichen Bereich. Notiert euch vor der Tour die Telefonnummern der Werkstätten in den Etappenstädten – die Suche im Notfall mit leerem Akku ist ärgerlich. Eine Pannenhilfe-Versicherung wie ADFC-Pannenhilfe lohnt sich für längere Touren.
GPS-Navigation und Beschilderung
Die offizielle Beschilderung des Elberadwegs (das berühmte Logo mit dem stilisierten „E" und der Wellenlinie) ist auf der gesamten Strecke vorhanden, kann aber gelegentlich verdeckt oder beschädigt sein. Eine Smartphone-Navigation mit App wie Komoot, Bikemap oder OsmAnd ist daher empfehlenswert. Ladet die Karten unbedingt offline herunter, denn das Mobilfunknetz hat in einigen Auenabschnitten Lücken. Ein klassischer Fahrradtacho mit Distanz- und Zeit-Anzeige hilft bei der Routenplanung.
Etikette unterwegs
Der Elberadweg ist nicht nur Radler-, sondern oft auch Fußgänger- und Wanderweg. Klingelt rechtzeitig, fahrt rücksichtsvoll und überholt mit ausreichendem Sicherheitsabstand. In Naturschutzgebieten gelten besondere Regeln – bleibt auf den ausgewiesenen Wegen, hinterlasst keinen Müll und lasst die Tierwelt in Ruhe. In den Schutzgebieten ist das Betreten der Auenflächen außerhalb der Wege oft verboten. Hunde gehören in Naturschutzgebieten an die Leine.
Verbindung zu Familien.camp
Wer einen längeren Stopp einlegen oder Übernachtung mit Komfort verbindet, findet auf der Etappe Magdeburg → Tangermünde unseren Familien.camp in Bertingen. Der familienfreundliche Campingplatz liegt direkt am Elberadweg und bietet Plätze für Zelte, Wohnwagen und Hütten – auch als Tagesgast für ein Mittagessen im Café eine gute Adresse.