Das Wasserstraßenkreuz Magdeburg ist ein Meisterwerk der Ingenieurkunst: Auf einer 918 Meter langen Kanalbrücke – der längsten in Europa – überquert der Mittellandkanal die Elbe. Schiffe der Elbe und des Kanals kreuzen sich hier auf zwei verschiedenen Höhen, was weltweit nur an wenigen Orten möglich ist. Eröffnet im Oktober 2003.
Geschichte und Bedeutung
Die Idee, den Mittellandkanal über die Elbe zu führen, ist fast ein Jahrhundert alt. Die Bauarbeiten begannen 1934, wurden aber wegen des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Teilung unterbrochen – die Mittellandkanal-Trasse endete fast 70 Jahre an der Elbe ohne Überführung. Ab 1997 wurde das Projekt im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit realisiert. Die Kosten betrugen etwa 500 Millionen Euro. Seit der Eröffnung passieren jährlich etwa 10.000 Güterschiffe die Brücke.
Besichtigung in der Praxis
Das Wasserstraßenkreuz ist frei zugänglich und rund um die Uhr besichtigbar. Eine Aussichtsplattform mit Café, kostenlosem Parkplatz und Infotafeln befindet sich direkt an der Brücke. Das obere Deck (für Kanalschiffe) ist mit einem Panoramaweg für Radfahrer und Fußgänger ausgestattet – von dort die beste Sicht auf die Konstruktion.
Anfahrt mit dem Rad
Das Wasserstraßenkreuz liegt etwa 8 km nördlich des Magdeburger Stadtzentrums. Mit dem Rad ab Magdeburg in etwa 30 Minuten erreichbar – der Weg führt durch die Elbauen und ist ausgeschildert. Mit dem Auto A2-Abfahrt Magdeburg-Rothensee. Parkplätze an beiden Brücken-Enden.
Unser Tipp
Besonders eindrucksvoll: wenn ein großes Schiff die Brücke passiert und ihr von der Aussichtsplattform zusehen könnt. Schiffs-Passagen erfolgen im Tagesverlauf relativ regelmäßig – etwa alle 1–2 Stunden. Bei Sonnenuntergang bietet sich das Panorama über Elbe und Kanal zum Fotografieren an.
Beste Reisezeit
Wie für den gesamten Elberadweg gilt auch für Wasserstraßenkreuz Magdeburg: Die Hauptsaison reicht von Mai bis Oktober. Im Hochsommer (Juli/August) ist mit Andrang und Wartezeiten zu rechnen, vor allem an Wochenenden und in den Schulferien. Für einen ruhigeren Besuch empfehlen wir Mai/Juni oder September/Oktober – das Wetter ist dann oft angenehmer, die Besucherströme sind moderater, und die Übernachtungspreise liegen etwas niedriger. Wer gerade im Herbst die markante Lichtstimmung mit den bunten Laubfärbungen erleben möchte, kommt Mitte Oktober. Der Winter bringt für die meisten Sehenswürdigkeiten eingeschränkte Öffnungszeiten, ist aber auch besonders ruhig und atmosphärisch – wer mit dieser Jahreszeit umgehen kann, wird mit menschenleeren Räumen belohnt.
Im Kontext der Region
Wasserstraßenkreuz Magdeburg ist Teil der kulturellen und landschaftlichen Dichte, die den Elberadweg ausmacht. Auf 1.270 Kilometern von der Quelle bis zur Mündung passiert man dutzende Städte und ebensoviele Sehenswürdigkeiten, darunter mehrere UNESCO-Welterbe-Stätten – eine Konzentration an Kulturgeschichte, die in Europa ihresgleichen sucht. Wer eine Tagesetappe plant, sollte rechtzeitig überlegen, ob die Besichtigung von Wasserstraßenkreuz Magdeburg einen halben oder ganzen Ruhetag erfordert. Die Erfahrung zeigt: Lieber einen Tag mehr einplanen, um in Ruhe zu erkunden, als gehetzt durch eine Sehenswürdigkeit zu laufen und nur Fotos zu sammeln. Die Kombination aus Anreise mit dem Rad und ausführlicher Besichtigung ist der eigentliche Reiz – man kommt nicht nur an, sondern nähert sich in Fahrradgeschwindigkeit, was die Wahrnehmung schärft.
Mit Familie unterwegs?
Auf der Etappe Magdeburg → Tangermünde liegt unser Familien.camp in Bertingen – ein familienfreundlicher Campingplatz direkt am Elberadweg. Ideal als Basis für Tagesausflüge zu den Sehenswürdigkeiten in Sachsen-Anhalt und als ruhige Übernachtung zwischen lebhafteren Großstadt-Etappen. Spielplatz, Tipidorf und Café direkt am Wasser – hier erholen sich Kinder und Eltern gleichermaßen vor oder nach einem anstrengenden Besichtigungstag.
Lage: in der Nähe von Magdeburg.