Der Magdeburger Reiter auf dem Alten Markt von Magdeburg ist das erste freistehende Reiterstandbild des Mittelalters nördlich der Alpen – und ein kunsthistorisches Meisterwerk. Das Original stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und stellt vermutlich Kaiser Otto I. dar. Eine Replik steht heute im Freien; das Original befindet sich im Kulturhistorischen Museum Magdeburg.
Geschichte und Bedeutung
Das Reiterstandbild wurde um 1240 geschaffen – in einer Zeit, in der freistehende Bronze- oder Steinskulpturen in Mitteleuropa eine Seltenheit waren. Das Vorbild waren antike Reiterstandbilder wie das des Mark Aurel in Rom. Lange Zeit wurde angenommen, es stelle Kaiser Otto I. (912–973) dar, der Magdeburg zu seiner Lieblingsresidenz machte. Die Skulptur steht seit dem 14. Jahrhundert auf dem Alten Markt (ursprünglich in der Mitte, später an den Rand versetzt). Das Original wurde 1961 ins Museum gebracht, um es vor Wetter-Schäden zu schützen; auf dem Markt steht eine Kopie. Der Reiter zeigt einen bärtigen Herrscher in Krönungstracht auf einem reich geschmückten Pferd, flankiert von zwei weiblichen Figuren (vermutlich Allegorien der Gerechtigkeit und Weisheit).
Besichtigung in der Praxis
Die Kopie auf dem Alten Markt ist frei zugänglich, rund um die Uhr. Das Original befindet sich im Kulturhistorischen Museum Magdeburg (Eintritt etwa 6 €, Di–So geöffnet).
Anfahrt mit dem Rad
Der Alte Markt liegt im Zentrum Magdeburgs, 10 Gehminuten vom Hauptbahnhof, 5 Minuten vom Dom. Mit dem Rad ab Elberadweg in 5 Minuten erreichbar. Fahrrad-Bügel am Markt.
Unser Tipp
Unbedingt auch das Original im Kulturhistorischen Museum ansehen – dort ist die Farbfassung des 13. Jahrhunderts rekonstruiert, und die Skulptur entfaltet ihre volle Wirkung. Das Museum selbst ist eines der wichtigsten in Sachsen-Anhalt und bietet Einblick in die Magdeburger Geschichte seit ottonischer Zeit.
Beste Reisezeit
Wie für den gesamten Elberadweg gilt auch für Magdeburger Reiter: Die Hauptsaison reicht von Mai bis Oktober. Im Hochsommer (Juli/August) ist mit Andrang und Wartezeiten zu rechnen, vor allem an Wochenenden und in den Schulferien. Für einen ruhigeren Besuch empfehlen wir Mai/Juni oder September/Oktober – das Wetter ist dann oft angenehmer, die Besucherströme sind moderater, und die Übernachtungspreise liegen etwas niedriger. Wer gerade im Herbst die markante Lichtstimmung mit den bunten Laubfärbungen erleben möchte, kommt Mitte Oktober. Der Winter bringt für die meisten Sehenswürdigkeiten eingeschränkte Öffnungszeiten, ist aber auch besonders ruhig und atmosphärisch – wer mit dieser Jahreszeit umgehen kann, wird mit menschenleeren Räumen belohnt.
Im Kontext der Region
Magdeburger Reiter ist Teil der kulturellen und landschaftlichen Dichte, die den Elberadweg ausmacht. Auf 1.270 Kilometern von der Quelle bis zur Mündung passiert man dutzende Städte und ebensoviele Sehenswürdigkeiten, darunter mehrere UNESCO-Welterbe-Stätten – eine Konzentration an Kulturgeschichte, die in Europa ihresgleichen sucht. Wer eine Tagesetappe plant, sollte rechtzeitig überlegen, ob die Besichtigung von Magdeburger Reiter einen halben oder ganzen Ruhetag erfordert. Die Erfahrung zeigt: Lieber einen Tag mehr einplanen, um in Ruhe zu erkunden, als gehetzt durch eine Sehenswürdigkeit zu laufen und nur Fotos zu sammeln. Die Kombination aus Anreise mit dem Rad und ausführlicher Besichtigung ist der eigentliche Reiz – man kommt nicht nur an, sondern nähert sich in Fahrradgeschwindigkeit, was die Wahrnehmung schärft.
Mit Familie unterwegs?
Auf der Etappe Magdeburg → Tangermünde liegt unser Familien.camp in Bertingen – ein familienfreundlicher Campingplatz direkt am Elberadweg. Ideal als Basis für Tagesausflüge zu den Sehenswürdigkeiten in Sachsen-Anhalt und als ruhige Übernachtung zwischen lebhafteren Großstadt-Etappen. Spielplatz, Tipidorf und Café direkt am Wasser – hier erholen sich Kinder und Eltern gleichermaßen vor oder nach einem anstrengenden Besichtigungstag.
Lage: in der Nähe von Magdeburg.