Charakter der Region
Vom Quellgebiet im Riesengebirge bis zur deutschen Grenze bei Děčín – etwa 370 Kilometer durch eine erstaunlich abwechslungsreiche Landschaft. Die Etappen sind teils anspruchsvoll, vor allem im alpinen Auftakt, dafür belohnt der tschechische Abschnitt mit Burgen, Renaissance-Städten und der historischen Bergbaulandschaft.
Landschaft und Geografie
Der tschechische Teil des Elberadwegs (offiziell „Labská stezka") führt durch drei deutlich unterschiedene Landschaftsräume: Zunächst durch das alpine Riesengebirge (Krkonoše) mit Höhenlagen bis 720 Meter, dann durch das fruchtbare böhmische Tiefland mit endlosen Hopfenfeldern und Weingärten, und schließlich durch das vulkanische Mittelgebirge České středohoří mit seinen markanten Kegelbergen. Die landschaftliche Vielfalt auf so kurzer Distanz ist einzigartig in Europa.
Kultur und Geschichte
Kulturell bietet die Region einige der wichtigsten Stätten Mitteleuropas. Die Renaissance-Städte Litoměřice, Pardubice und Mělník gehören zu den schönsten ihrer Art in ganz Tschechien. In Hradec Králové findet ihr eine der größten und schönsten Marktplätze Mittelost-Europas. Die böhmischen Weinanbaugebiete rund um Mělník existieren seit dem 9. Jahrhundert und produzieren bis heute hervorragende Weißweine wie Ryzlink rýnský und Ludmila.
Praktisches für Radler
Der tschechische Teil ist ein guter Einstieg in den Elberadweg, vor allem wegen der niedrigen Preise. Übernachtung und Verpflegung kosten typischerweise 30–50 % weniger als in Deutschland. Eine einfache Pension liegt bei 25–40 €, ein deftiges Mittagessen bei 6–10 €. Die offizielle Beschilderung folgt dem Logo der Labská stezka (blaues Schild mit weißer Welle). In Tschechien zahlt ihr fast überall mit Karte, etwas Bargeld in Kronen ist für kleine Imbisse aber praktisch.
Highlights der Region
Špindlerův Mlýn (Riesengebirge), Pardubice (Schloss), Mělník (Wein), Litoměřice (Renaissance), Děčín (Schloss), Festung Josefov, Hradec Králové (Marktplatz).
Beste Reisezeit für die Region
Wie für den gesamten Elberadweg gilt: Mai bis Oktober sind die besten Monate für eine Tour durch Tschechien (Böhmen & Riesengebirge). Im Hochsommer (Juli/August) kann es voller werden, vor allem in den touristisch erschlossenen Regionen. Wer Ruhe sucht, plant für Mai/Juni oder September/Oktober – das Wetter ist dann oft stabiler, die Tage noch lang genug für ausgedehnte Etappen, und die Übernachtungen sind günstiger und besser verfügbar. Im Winter ist der Elberadweg nur für Hartgesottene geeignet – viele Cafés und Pensionen sind geschlossen, das Wetter ist unbeständig. Aber: Eine Region wie diese im November oder Februar zu erleben, hat auch ihren ganz eigenen, ruhigen Reiz.
Anreise mit der Bahn
Die meisten Etappenstädte in Tschechien (Böhmen & Riesengebirge) sind hervorragend mit der Bahn erreichbar. Plant Fahrradmitnahme im IC oder ICE rechtzeitig (Reservierung erforderlich), im Nahverkehr ist die Mitnahme meist ohne Reservierung möglich. Wer eine Einweg-Tour plant, kann am Ende mit der Bahn zurück zum Startpunkt fahren – ein Klassiker bei Radreisen am Elberadweg. Auch eine Kombination aus Bahn und Fähre (im Norden) ist möglich.
Übernachtung in der Region
Die Übernachtungs-Auswahl in Tschechien (Böhmen & Riesengebirge) reicht von einfachen Pensionen über Bett+Bike-Hotels bis zu Camping-Plätzen. Bett+Bike ist eine Zertifizierung des ADFC, die garantiert, dass das Haus auf Radreisende eingestellt ist – sicherer Fahrrad-Stellplatz, Trockenraum für nasse Kleidung, frühes Frühstück. In der Hochsaison (Juli/August) sollten Übernachtungen rechtzeitig gebucht werden, vor allem in den touristisch attraktiven Orten. Camping ist eine günstige Alternative; gerade auf der Sachsen-Anhalt-Etappe lohnt unser Familien.camp in Bertingen.